Gruss aus Hirtshals, nordöstlichste Spitze Dänemarks

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Freitag, 1. September 2023, 19.00 Uhr: Genüsslich schlendern wir dem Meer entlang, die Sonne sinkt langsam, eine tolle Stimmung mit den Wellen und vielen Sunset-Hungrigen dem Strand entlang.
Wir sind angekommen im Camper-Status sowie am Ort, das in den letzten Monaten immer indirekt als Ausgangspunkt unserer Reise diente.

Von hier nehmen wir morgen die Fähre in Richtung Färöer-Inseln – Island – Grönland.

Heute sind wir bereits eine Woche unterwegs. Die Woche verstrich im Eiltempo. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit wollten wir möglichst direkt in Richtung Norden fahren, um unsere Idee von Island noch zu verwirklichen. Die rund 1350km (Oensingen-Hirtshals) teilten wir auf 5 Etappen ein. Unsere erste Übernachtung war auf dem Durlacher Campingplatz (Karlsruhe).

Der aktuelle Vorteil in der Nachsaison ist, dass es bedeutend ruhiger auf den Campingplätzen zu und her geht. Es gefiel uns so gut, dass wir entschieden, eine 2. Nacht zu bleiben. Und nach der 2. gab es noch eine 3. Ja, wir waren geschafft und müde vom Vorbereitungsstress und andererseits wollten wir uns mit unserem Buddy besser anfreunden. Es gibt so viel kennenzulernen und zu beherrschen. Auch gibt es immer wieder noch Optimierungen in der Einrichtung.

Insgesamt hatten wir eine sehr gute Fahrt, viel Verkehr und viele Baustellen. Martin war gefordert, hat dies aber mit Bravour gemeistert. Mit den ausgewählten Übernachtungsorten, sprich Campingplätzen waren wir happy. Alle waren immer schön im grünen, obwohl in der Nähe von Autobahn und größeren Städten. Bei jedem Ort hatten wir das Gefühl, es gäbe dort vor Ort auch noch sehr viel zu machen, auszukundschaften (Velo fahren, wandern, etc.).

Machen wir später einmal 😉! Nehmen wir auf unsere Liste. Ganz nach dem Motto „We haven’t been everywhere, but is on our list”.

Donnerstagnachmittag erreichten wir Hirtshals. Noch windig, aber sonnig. Das Wetter verspricht wieder besser zu werden. Als Ausgleich zum Sitzen der letzten Tage entscheiden wir uns für eine Wanderung entlang der Küste. Zu unserem Erstaunen befanden wir uns plötzlich in einem Wandernetz, dessen Wege im zweiten Weltkrieg Schützengräben waren. Dazwischen immer wieder Bunker, die zum Teil offen waren und betreten werden konnten. Etwas makaber in der Vorstellung, dass dieses Szenario zurzeit in Europa leider wieder Realität ist.

Diese Gräben gehörten zum Atlantikwall, d.h. zur Küstenverteidigung Europas im 2. Weltkrieg vom Nordkap bis Südfrankreich.

Während ich diesen Bericht schreibe, findet der Sonnenuntergang statt, schreiben – genießen – ein Apéro – Musik hören (soeben „Cold Heart“ gedanklich bei meinen Tanzgspänli). Kann es einen schöneren Arbeitsplatz geben?

Wie eingangs erwähnt, morgen geht’s ab auf die Fähre mit Ziel „Färöer-Inseln“. Zwei Nächte werden wir an Board verbringen. Wir sind gespannt – was uns erwartet.